Ballonfahren macht Spaß – Dipl.-Ing. Carsten Rußner GmbH & Co. Luftfahrt KG

 Rekorde

Der Breitling Orbiter 3

Genf(dpa/AP) Das letzte große Abenteuer der Luftfahrt ist vollbracht. Die Ballonfahrer Bertrand Piccard und Brian Jones setzten 20 Stunden, nachdem sie als erste die Nonstop-Weltumrundung geschafft hatten, am 21.3.99 mit einer "Bilderbuchlandung" in Ägypten einen fulminanten Schlusspunkt unter ihre historische Reise. "Adler gelandet - alles in Ordnung" funkten die beiden Piloten Sekunden nach dem Aufsetzen an das Kontrollzentrum in Genf. Um Punkt sieben Uhr MEZ setzte die rund vier Meter lange Kapsel in der Stein- und Sandwüste in Südwest Ägypten auf. Sandstürme hatten den Traum der Ballonfahrer von einer Landung vor historischer Kulisse bei den Pyramiden von Gizeh zunichte gemacht. Nach 19 Tagen, 21 Stunden und 55 Minuten hatten der Schweizer Psychiater und der britische Flugingeneur wieder Boden unter den Füßen. Die Männer hatten vier Kontinente und zwei Weltmeere überquert und mehr als 46.000 km zurückgelegt.
Im Wettlauf um die Ehre, mit diesem Rekord in die Geschichte einzugehen, waren in den vergangenen 18 Jahren 17 Ballons auf der Strecke geblieben. Den größten Triumph ihrer Reise feierten die beiden am 20.3.99: um kurz vor 11 Uhr MEZ passierten sie die Ziellinie, den 9. Längengrad West, über Mauretanien in Westafrika und hatten damit die erste Nonstop-Weltumrundung im Ballon geschafft. Weil die Landung wegen der Temperaturen am Nachmittag riskant gewesen wäre, fuhren sie weiter. Samstag aber wurde es beinahe brenzlig. Die Gasflaschen waren beinahe leer. "Wir können es kaum glauben, daß unser Traum wahr geworden ist", faxten Piccard und Jones überglücklich ins Kontrollzentrum nach Genf. "Wir sind mehrmals fast gescheitert. Aber mit Gottes Hilfe und einem tollen Team haben wir immer auf den richtigen Weg zurückgefunden. Wir danken der unsichtbaren Hand, die uns durch diese Reise geleitet hat." Der "Orbiter" war am 1.März in Chateau d´ Oex in den Alpen gestartet.

 

Im Jahre 1960...

... stand der amerikanische Luftwaffenhauptmann Joseph W. Kittinger jr. in 31 333 Meter Höhe über New Mexico im offenen Korb seines Ballons und schickte ein Stoßgebet gegen Himmel: "Herr, nimm mich in deine Hände." Dann sprang er. In den nächsten vier Minuten und 38 Sekunden erreichte der in einem Druckanzug steckende Aeronaut Fallgeschwindigkeiten bis zu 988 Stundenkilometern. Sein Fall wurde durch einen Stabilisationsfallschirm mit zwei Meter Durchmesser, der ein - wahrscheinlich lebensgefährliches - Trudeln verhinderte, nur unbedeutend gebremst."Ich fand mich auf dem Rücken wieder und sah den Ballon über mir kleiner werden", erinnerte Kittinger sich. Erde, Himmel und steigender Ballon kreisten um mich, als sei ich der Mittelpunkt des Universums." In 5300 Meter Höhe öffnete Kittingers Hauptfallschirm sich automatisch. Neun Minuten später lag er, nachdem er neue Weltrekorde für den höchsten Ballonaufstieg und den längsten Sprung im freien Fall aufgestellt hatte, sicher zwischen Gras und Salbei - unversehrt und dankbar.

 

Der elf Stockwerke...

... hohe Ballon schwebt majestätisch dem Ende seiner historischen Atlantiküberquerung entgegen. "dort oben ist's so still, so leer", sagte Anderson nach der Fahrt. "Man treibt wie eine Luftpartikel mit den Wolken."