Geschichte der Ballonfahrt

Seit undenklichen Zeiten beschäftigen sich Mythos, Legenden, Phantasie -aber auch ernsthafter Forscherdrang- mit dem Wunsch des Menschen, sich in die Lüfte erheben zu können. Erster Impuls war vermutlich der Wunsch, den Göttern nahe zu sein; in vielen Kulturen -wie denjenigen der Inder, Indianer, Chinesen, Griechen, Römer, Skandinavier, Inkas- spiegelt sich in Legenden der Wunsch nach freier Bewegung in der Luft wider. Naheliegend war, den Flug der Vögel nachzuahmen. So wurde in der griechischen Mythologie Perseus, Sohn des Zeus und der Danae, bei seinem Auftrag, das Haupt der Medusa zu holen, von Nymphen mit Flügelschuhen beschenkt (Vasenbild von 430 v.Chr.), Daidalos und Ikaros versuchten mit Flügeln aus mit Fäden und Wachs verbundenen Vogelfedern aus der Gefangenschaft auf Kreta zu entfliehen. Sagen der Chinesen aus dem 4.-12. Jahrhundert v.Chr. berichten von ,,Wolkenwagen" und Flügen auf Wolken.

Seit mehr als zweihundert Jahren hat sich am Prinzip des Heißluftballonfahrens nichts geändert. Die Technik und die physikalischen Gesetze des statischen Auftriebs nutzen die heutigen Ballonfahrer genauso wie vor mehr als zweihundert Jahren die Gebrüder Montgolfier

Hierbei werden die in der Ballonhülle eingeschlossenen Luftmassen mit Hilfe eines Brenners erhitzt. Die erhitzte Luft wird durch die Veränderung ihrer Dichte leichter und der Ballon erhebt sich in den Himmel. Sobald der Ballon abgehoben hat, bestimmt nur noch der Wind seine Fahrtrichtung. Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier stammten aus einer Familie, die seit vier Jahrhunderten in der Provinz die Papierherstellung betrieb. Im Jahre 1782, als Joseph mit seinen ersten Ballonexperimenten begann, war der florierende Familienbetrieb in Annonay, südlich von Lyon, als "königliche Papiermanufaktur" Hoflieferant des französischen Königs geworden. Das mit dieser Auszeichnung verbundene Einkommen machte Joseph, damals 42, und seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Etienne, finanziell so unabhängig, dass sie sich ganz ihren Liebhabereien widmen konnten. Joseph Montgolfier befasste sich mit Ballonen.